Chronik - Heimatkreis Marienburg (Westpreußen)

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Marienburg liegt an der Nogat, einem Mündungsarm der Weichsel, und gehört heute zu Polen. Die polnische Bezeichnung der Stadt ist Malbork. Hier sind einige Daten aus der Marienburger Geschichte:

700 v. Chr. bis 400 n. Chr.
Das Land an der unteren Weichsel wird von germanischen Stämmen bewohnt. Der größte Teil der Germanen verlässt das Land während der Völkerwanderung.

400 bis 1200
Die Prußen, ein baltisches Volk, verlegen ihre Wohnsitze langsam nach Westen und erreichen Nogat und Weichsel.

1203 (?)
Auf einem Berg an der Nogat, in der prußischen Landschaft Alyem, gibt es eine Marienkirche.

1236
Der Deutsche Orden erobert die prußische Burg Willenberg (später ein Stadtteil Marienburgs) und errichtet die Burg Fischau (im späteren Stadtteil Sandhof). Das Ziel des Ordens ist die Eroberung Preußens und die Bekehrung der heidnischen Prußen.

1272 (?)
Der Deutsche Orden beginnt mit Vorbereitungen zum Bau der Marienburg.

1276 (?)
Der Deutsche Orden erteilt der Siedlung neben der im Bau befindlichen Burg Stadtrecht („Kulmer Recht“).

1309
Der Deutsche Orden verlegt die Residenz des Hochmeisters von Venedig nach Marienburg. Der Ausbau der Burg zu ihrer jetzigen Größe beginnt.

1402
Der Staat des Deutschen Ordens erreicht seine größte Ausdehnung. Von Marienburg aus beherrscht der Orden das Gebiet von der Oder bis zur Narwa (die beiden Flüsse sind rund 1200 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt). Der Deutschordensstaat hat etwa eine Million Einwohner.

1410
In der Schlacht bei Tannenberg schlägt ein polnisch-litauisches Heer das Heer des Deutschen Ordens. Die Marienburg wird belagert, aber nicht erobert.

1440
Landesritter und Städte in Preußen schließen zum Schutz ihrer Freiheiten den Preußischen Bund. Die Stadt Marienburg tritt dem Bund bei.

1450
Die Stadt Marienburg sagt sich vom Preußischen Bund los.

1454
Der Preußische Bund kündigt dem Orden den Gehorsam auf. Es beginnt ein dreizehnjähriger Krieg. Der Orden kann seinen Söldnern den Sold nicht zahlen und verpfändet ihnen die Marienburg.

1457
Ein Teil der Ordenssöldner verkauft die Marienburg an den König von Polen, also an den Feind, vor dem die Söldner den Orden schützen sollten. Der Hochmeister verläßt die Marienburg. Dem Orden gelingt es, die Stadt Marienburg (nicht die Burg) zurückzugewinnen.

1460

Der Marienburger Rat übergibt die Stadt an den König von Polen.

1466

Der König von Polen und der Hochmeister des Deutschen Ordens schließen in Thorn Frieden. Der westliche Teil Preußens, mit Marienburg, wird ein selbständiger Staat. Der Staat ist durch den König von Polen in Personalunion mit Polen verbunden. Papst und Kaiser erkennen den Friedensvertrag nicht an.

1626

Schwedische Truppen besetzen Marienburg bis 1629.

1629

Brandenburgische Truppen besetzen Marienburg bis 1635.

1635

Polnische Truppen rücken in die Marienburg ein.

1644

Ein Großbrand in der Burg richtet erhebliche Schäden an. Die Burg beginnt zu verfallen.

1656

Schwedische Truppen besetzen Marienburg bis 1660.

1703

Schwedische Truppen besetzen Marienburg bis 1705.

1709

Russische Truppen besetzen Marienburg.

1734
Russische Truppen besetzen Marienburg.

1758

Russische Truppen besetzen Marienburg bis 1763.

1772

Marienburg kommt zum Königreich Preußen.

1773

Die Marienburg wird zu einer Kaserne umgebaut.

1782

In der Marienburg wird eine Weberei eingerichtet.

1801

Die Marienburg wird zu einem Lagerhaus umgebaut.

1804

Die Umbauarbeiten werden eingestellt, die Zerstörung der Burg endet.

1807

Französische Truppen besetzen Marienburg bis 1808.

1812

Französische Truppen besetzen Marienburg.

1813

Russische Truppen besetzen Marienburg.

1817

Das Königreich Preußen beginnt, die Marienburg wiederherzustellen.

1902

Das Hochschloß der Marienburg ist wiederhergestellt.

1920

Nach dem Ersten Weltkrieg teilt der Versailler Vertrag Stadt und Kreis Marienburg. Teile der Stadt und des Kreises werden dem Freistaat Danzig zugeordnet. In den bei Deutschland verbleibenden Teilen wird unter der Leitung der alliierten Siegermächte eine Volksabstimmung durchgeführt. Die Bevölkerung soll sich entscheiden, ob sie zu Ostpreußen oder zu Polen gehören will.
Das Ergebnis:
Stadt Marienburg: 9641 Stimmen für Ostpreußen, 165 Stimmen für Polen.
Kreis Marienburg: 8164 Stimmen für Ostpreußen, 26 Stimmen für Polen.

1933

Nationalsozialisten besetzen wichtige Positionen.

1939

Der Zweite Weltkrieg beginnt. Ein Eisenbahn-Panzerzug fährt bei Kriegsbeginn von Marienburg zur Dirschauer Brücke.

1944

Marienburg wird zur Festung erklärt.

1945

Die meisten Einwohner der Stadt und des Kreises fliehen nach Westen. Teile der Stadt und der Burg werden bei Kämpfen zerstört. Sowjetische Truppen besetzen Stadt und Kreis. Polen kommen und übernehmen die Verwaltung.

1948

Der Heimatkreis Marienburg entsteht.

1959

Ein Großbrand zerstört Teile des Mittelschlosses.

1964

Die historische Innenstadt Marienburgs erhält eine gleichförmige Wohnbebauung.

1966

Schloßturm und Schloßkirche werden wiederaufgebaut.

1997

Die Unesco nimmt die Marienburg in die Liste des Weltkulturerbes auf.

2007

Das Bundestreffen des Heimatkreises Marienburg findet zum ersten Mal in Marienburg statt.

2008
Am 28. Oktober 2008 wird in Marienburg ein Massengrab entdeckt. Aus dem Grab werden bis Ende April 2009 - nach fortlaufenden Zählungen - die sterblichen Reste von ungefähr 2500 Kindern, Frauen und Männern ausgebaggert, ausgegraben, in Plastiksäcke gepackt und eingelagert.

2009
Von Ende April 2009 bis Mitte Mai 2009 werden die Toten aus dem Massengrab von Marienburg in 109 Särge gelegt, meist 20 Schädel und verschiedene Knochen pro Sarg. 108 Särge werden nach Neumark bei Stettin gebracht. Dort werden die Toten am 14. August 2009 beigesetzt.
Der Heimatkreis gedenkt der Toten in einem Gottesdienst am 14. November 2009 in Marienburg.


Mehr zur Marienburger Geschichte:
Hans Joachim Borchert
Marienburger Geschichtsbuch
Frankfurt am Main 2006



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