Heimatkreis Marienburg (Westpreußen)


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2010 - 2011

Die Toten von Marienburg


Die Toten von Marienburg
Teil 1: 2008 - 2009------Teil 2: 2010 - 2011------ Teil 3: 2012

Wer sind die Toten von Marienburg?
www.heimatkreis-marienburg.de hat sich wegen der fehlenden Aufklärung über die Toten von Marienburg an die Landsmannschaft Westpreußen in Münster gewandt: Die Landsmannschaft möge ihre Möglichkeiten nutzen und sich dafür einsetzen, daß die Wahrheit über die Toten von Marienburg ans Licht kommt.


Stand 04.03.2010

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Die Landsmannschaft Westpreußen und die Toten von Marienburg
Sibylle Dreher, die Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Westpreußen, hat angekündigt, daß der Vorstand der Landsmannschaft sich mit den Vorschlägen von
www.heimatkreis-marienburg.de zum Thema "Die Toten von Marienburg" beschäftigen werde. Es gehe darum, zur Aufklärung über die Toten beizutragen.


Stand 04.04.2010

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Stellungnahme der Landsmannschaft Westpreußen
Der Vorstand der Landsmannschaft Westpreußen hat sich am 20. Mai 2010 mit den Toten von Marienburg befaßt.
Die Bundesvorsitzende Sibylle Dreher hat in der Zeitschrift DER WESTPREUSSE, dem Bundesorgan der Landsmannschaft, die Position des Vorstands grundlegend dargestellt. Der Beitrag endet mit dem Aufruf, „mit der Suche nach Dokumenten, Zeugnissen und Hinweisen nicht aufzuhören, sondern aktiv zu beginnen“.

Sibylle Dreher: Marienburg Katyn Bromberg und die Pflicht zur immerwährenden Suche nach Aufklärung, DER WESTPREUSSE vom 3. Juli 2010, Seiten 1 und 2.
Interessenten können sich wenden an die
Landsmannschaft Westpreußen
Mühlendamm 1
48167 Münster-Wolbeck
Tel.: 02506-305750
Fax: 02506-305761
E-Mail: Landsmannschaft-Westpreussen@t-online.de

Stand 06.07.2010


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Informationen über die Toten von Marienburg
Mit Brief vom 8. Juli 2010 wurde das Auswärtige Amt in Berlin um Informationen zu diesen Fragen gebeten:

  • Sind dem Auswärtigen Amt Bemühungen deutscher Stellen um konkrete Auskünfte über die Toten bekannt?
  • Gab oder gibt es auf deutscher Seite Überlegungen, die polnischen Untersuchungsbemühungen durch Fachleute unterstützen zu lassen?
  • Gab oder gibt es Überlegungen, nicht nur in russischen, sondern auch in polnischen und deutschen Archiven nach Informationen zu suchen und die Suche nicht auf die beiden Monate März und April 1945 zu beschränken?


Stand 11.07.2010


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Das Auswärtige Amt und die Marienburger Toten
Frau Sibylle Dreher, Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Westpreußen, hat sich mit Schreiben vom 24. Juli 2010 an Frau Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, gewandt. In dem Schreiben geht es insbesondere um die immer noch unbeantworteten Fragen zu den Toten von Marienburg, um die Todeszeiten und die Todesursachen. Frau Sibylle Dreher ruft dazu auf, in Archiven und bei Zeitzeugen mit den notwendigen Untersuchungen zu beginnen, um die Marienburger Geschehnisse aufzuklären.


Stand 28.07.2010

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Viele Fragen, keine Antworten
beim Treffen des Heimatkreises Marienburg

Wer sind die Toten von Marienburg? Sind es die vermißten Angehörigen? Warum wurden die Funde nicht dokumentiert? Warum wurden die Toten nicht untersucht? Warum gibt es weder von polnischen noch von deutschen Stellen klare Informationen?
Beim 34. Bundestreffen vom 16. bis 18. Juli 2010 in Königswinter wußte niemand eine Antwort. Zwei Dinge fielen auf:
1. Kein Teilnehmer des Treffens fragte nach Tätern oder Strafen, gesprochen wurde über die verschwundenen Angehörigen, über ihr ungeklärtes Schicksal.
2. Nur eine als Gast teilnehmende Dame fand es gut und richtig, daß die Toten aus Marienburg fortgeschafft wurden. Die Dame forderte, endlich Ruhe zu geben.
Ruhe geben, das heißt doch: nicht weiter nach der Wahrheit fragen. Das ist nicht hinnehmbar.
Das Schicksal von mehr als 2000 Menschen darf nicht ungeklärt bleiben.
Warum haben deutsche Politiker bis jetzt geschwiegen?
Viele Fragen, keine Antworten in Königswinter.


Stand 05.08.2010

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Gespräch beabsichtigt
Klaus Brähmig, der vertriebenenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, will nach der Sommerpause den Präsidenten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Reinhard Führer, in die Fraktion einladen und zu den Toten von Marienburg befragen. Das hat Sibylle Dreher, Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Westpreußen, mitgeteilt.


Stand 06.08.2010

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Auskunft des Auswärtigen Amtes
Das Auswärtige Amt hat den Brief vom 8. Juli 2010 mit der Bitte um Informationen über die Toten von Marienburg sehr zurückhaltend am 2. August 2010 beantwortet. Mit Brief vom 10. August 2010 wurde das Auswärtige Amt um weitere und genauere Auskünfte gebeten.


Stand 10.08.2010

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Beerdigung in Neumark bei Stettin
Die Toten im 109. Sarg werden am Donnerstag, 21. Oktober 2010, 11.00 Uhr, auf der Kriegsgräberstätte in Neumark bei Stettin beerdigt. Diese Toten wurden besonders untersucht. Das Untersuchungsergebnis liegt vor, wurde aber bisher nicht veröffentlicht.


Stand 19.08.2010


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Das Auswärtige Amt verweist auf künftige historische Arbeit
Die weiteren Fragen zu den Toten von Marienburg beantwortete das Auswärtige Amt mit Schreiben vom 17. August 2010 – zusammengefaßt – so:
Die Ermittlungen zu den Todesumständen der mehr als 2000 Personen würden den polnischen Behörden obliegen. Es bestehe kein Anlaß, an der Arbeit dieser Behörden zu zweifeln. Der zweite Untersuchungsbericht (über die Gebeine im 109. Sarg) habe hinsichtlich der Staatsangehörigkeit der Toten, der Todesursache und des Todeszeitraums keine Erkenntnisse erbracht, die über den ersten Untersuchungsbericht (über die Gebeine in den Särgen 1 bis 108) hinausgingen. Eine Aufklärung der Todesumstände insgesamt könnte sicherlich nur im Rahmen einer historischen Arbeit geleistet werden, nicht im Rahmen der Kriegsgräberarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und des Auswärtigen Amtes.


Stand 21.08.2010


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Beerdigung der Toten im 109. Sarg
Die Toten im 109. Sarg wurden am 21. Oktober 2010 auf der Kriegsgräberstätte in Neumark bei Stettin beerdigt. Polnische Behörden hatten die Toten zuvor untersucht. Das amtliche Untersuchungsergebnis wurde nur wenigen ausgesuchten Stellen mitgeteilt. Zu den Todesumständen und zur Identifizierung der Toten wurden offensichtlich keine Ermittlungen angestellt.
Hier ist der Bericht des Heimatkreisvertreters
Bodo Rückert über die Beerdigung:

Schlichte aber dennoch feierliche Aussegnungsfeier in Stare Czarnowo am 21.Oktober 2010

Am 21.10.2010 wurde der 109.Sarg mit sterblichen Überresten derToten aus Marienburg, den das gerichtsmedizinische Institut Danzig vor einigen Wochen zur Bestattung freigegeben hat, im Rahmen einer durchaus würdigen Aussegnungsfeier auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Stare Czarnowo zusammen mit weiteren 22 zivilenToten aus Bukowitz Kreis Schwetz und und 558 militärischen Toten feierlich beigesetzt.
Die zivilen Toten aus Bukowitz konnten erst auf konkrete Hinweise der Familie Gleis aus Swistal bei Bonn vor wenigen Wochen Dank des örtlich zuständigen Umbetters Wolfgang Dietrich und seiner Mannschaft in Polen nach langjähigen Bemühungen aus einem Massengrab exhumiert und erfreulicher Weise auch im Beisein der Familienmitglieder beigesetzt werden.
Die Gesangruppe "Sedina" der deutschen Minderheit aus Stettin unter der Leitung von Frau Brigitte Kipper hat aktiv zum Gelingen dieser fast familiär wirkenden Aussegnungsfeier mit etwa hundert Teilnehmern beigetragen. Nach Kurzansprachen des Vertreters des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V., dem stellvertretenden Brigadekommandeur der PzGrenBrig 41ausTorgelow/D und dem Heimatkreisvertreter Marienburg erfolgte die christliche Aussegnung aller Toten durch Oberkonsistorialrat a.D. Dr. Siegfried Plath aus Koserow/D.
Mit den zivilenToten aus Marienburg haben nunmehr insgesamt 18172 Tote auf dieser deutschen Kriegsgräberstätte ihre Ruhestätte gefunden, die ganzjährig durch den deutschsprechenden Herrn Piotr Nycz (Telef. 004850-4785046) verantwortungsvoll betreut wird.-
Mit dieser Aussegnungsfeier hat nach meiner persönlichen Einschätzung das traurige Kapitel derToten von Marienburg nach fast zwei Jahren (Freisetzung des Massengrabs 28.10.2008) grundsätzlich ein friedvolles Ende gefunden!
Im gemeinsamen Interesse der Bürger der Stadt Malbork und der Marienbürger hoffe ich, dass recht bald doch noch die Identität derToten von Marienburg bestimmt werden kann!
Die politischen Verantwortlichen der Stadt Malbork sind unabhängig davon an ihre gegenbüber allen nationalen und internationalen Medien mehrfach kundgetane Zusagen erinnert, am Ort des ehemaligen Massengrabes eine mehrsprachige Gedenktafel zur Erinnerung an die über zweitausend geborgenen Toten aufzustellen.

Bodo Rückert


_

_Fotos wurden von Bodo Rückert zur Verfügung gestellt.

Stand 04.11.2010


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Heimatkreisvertreter erhielt Gutachten
Das Institut für nationales Gedenken in Danzig (IPN) hat dem Marienburger Heimatkreisvertreter Bodo Rückert ein Gutachten über die gerichtsmedizinische Untersuchung von etwa zwanzig Toten zur Verfügung gestellt. Das Gutachten umfaßt dreißig Seiten.
Es handelt sich offenbar um ein bisher unbekanntes drittes Gutachten. Denn das (nicht veröffentlichte) erste Gutachten betrifft über 2000 Tote in den Särgen 1 bis 108. Das zweite (ebenfalls nicht veröffentlichte) Gutachten betrifft die Toten im 109. Sarg. In diesem Sarg dürften weit weniger als zwanzig Tote liegen, denn der Sarg ist wohl sehr klein (kleine Grube auf dem Foto oben links). Außerdem soll das zweite Gutachten keine wesentlich neuen Erkenntnisse erbracht haben, es dürfte deshalb weniger als dreißig Seiten umfassen.
Heimatkreisvertreter Bodo Rückert wird das ihm zur Verfügung gestellte Gutachten "vertraulich" behandeln, wegen "der in dieser Angelegenheit persönlich gemachten Erfahrungen". Es ist nicht bekannt, ob das IPN die vertrauliche Behandlung verlangt hat.
(Quelle: Der Westpreuße, Nr. 11/2010 vom 6. November 2010, Seite 27)

Stand 12.11.2010

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Die Toten mahnen
Die Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Westpreußen, Sibylle Dreher, hat sich am Volkstrauertag mit einem bewegenden Aufruf an die Öffentlichkeit gewandt. Hier ist ein Auszug:

Als im Oktober 2008, vor über 2 Jahren ein Massengrab in Marienburg bei Bauarbeiten entdeckt wurde, schwieg sowohl die deutsche als auch die polnische Regierung. Sie schweigen noch immer - sieht so Versöhnung über den Gräbern aus?

Polnische Bürger der Stadt Marienburg/Malbork sorgten dafür, dass die polnischen Verantwortlichen nicht darüber hinweggingen und die Gebeine der Toten bargen, zählten und untersuchten. Es waren Skelette von über zweitausend zivilen deutschen Toten. Eine präzise Untersuchung des riesigen Massengrabes wurde nicht vorgenommen. Es wurde nichts vermessen, nicht systematisch fotografiert; die Knochen wurden ausgebuddelt ohne besondere Sorgfalt und Fachkunde. Das gerichtsmedizinische Gutachten wurde nur über weniger als 30 Knochenreste erstellt. Die Ermittlungen wurden den polnischen Behörden überlassen. Es ist sicher, dass das Auswärtige Amt vermeidet, sich in dieser deutsch-polnischen Frage um Aufklärung zu bemühen.

Mehrere Marienburger baten um Auskunft über die Identität der Toten, über den Todeszeitpunkt und die Ursachen und Umstände des Todes. Warum waren die Toten ohne jede Bekleidungsreste, also nackt? Wie kamen sie alle in dieses Grab, wo ehemals die Kellergewölbe eines zerschossenen Hotels lagen? Wer wusste davon, bevor Bauarbeiter es entdeckten? Es ist bekannt, dass es noch viele Massengräber mit deutschen Opfern in den deutschen Heimatgebieten gibt.

Auf meinen Brief reagierte die zuständige Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, bis heute gar nicht. Es schweigen auch die Verantwortlichen der Deutsch-polnischen Gesellschaft und andere Politiker, die Kenntnis von dem Brief haben. Bei über 2.000 deutschen Toten in Polen sollte den Historikern die Aufklärung übertragen werden, denn in den Archiven in Marienburg/Malbork und in Deutschland gibt es die Zeitzeugenberichte. Es müsste sich nur jemand zuständig fühlen; die Beauftragte für die deutsch-polnischen Beziehungen Pieper schweigt.


Stand 14.11.2010

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Ermittlungen eingestellt
Russische Behörden sollen der polnischen Staatsanwaltschaft mitgeteilt haben, in russischen Archiven seien keine Dokumente zu finden, die zur Aufklärung der Todesumstände der im Marienburger Massengrab aufgefundenen Toten beitragen.
Die polnische Staatsanwaltschaft hat - nach polnischen Presseberichten - die Ermittlungen eingestellt.

Stand 03.12.2010


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Untersuchungsbericht
Heimatkreisvertreter Bodo Rückert teilte mit, er habe vom Institut für nationales Gedenken in Danzig (IPN) einen fünfzig Seiten umfassenden Untersuchungsbericht erhalten.
(Quelle: Der Westpreuße, Nr. 1/2011 vom 1. Januar 2011, Seite 9)

Stand 03.01.2011


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Staatsministerin im Auswärtigen Amt
Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, hat den Brief der Landsmannschaft Westpreußen vom 24. Juli 2010 (zu den Marienburger Toten) nicht beantwortet. Dies teilte Sibylle Dreher, Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, mit.


Stand 12.02.2011


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Gruppe der Vertriebenen im Bundestag
Die von Klaus Brähmig MdB geleitete Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten (65 Abgeordnete der CDU/CSU-Bundestagsfraktion) hat im Dezember 2010 mitgeteilt, die Gruppe habe die Notwendigkeit erörtert, wegen der Marienburger Toten in deutschen Archiven nachzuforschen.
Ergänzend teilte Sven Oole, Referent der Gruppe, am 14. Januar 2011 mit, die Gruppe setze sich dafür ein, daß von deutscher Seite (mit polnischer Unterstützung) ein wissenschaftliches Projekt auf den Weg gebracht wird, um Licht in das Dunkel im Danziger Raum 1944/45 zu bringen.
Aus dem Heimatkreis Marienburg kam daraufhin die Empfehlung, sich auf den Marienburger Raum und die Zeit vom Beginn der Kämpfe (Ende Januar 1945) bis etwa 1950 (Aufbau der polnischen Verwaltung, Vertreibung der Deutschen, Ansiedlung von Polen, Aktivitäten der Miliz) zu konzentrieren. Den Marienburgern gehe es um die Frage, wer die Toten sind (Verwandte? Nachbarn?) und wie diese Menschen starben.
Am 16. Februar 2011 teilte Sven Oole, Referent der Gruppe, mit:
"Für das wissenschaftliche Projekt zu den Marienburger Toten werden wir Ihre Anregung aufnehmen, sich auf den Marienburger Raum und auf die Zeit vom Beginn der Kämpfe bis 1950 zu konzentrieren. Zuerst muß jedoch die Finanzierung sichergestellt werden, woran wir intensiv in den nächsten Monaten arbeiten."


Stand 16.02.2011


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Bund der Vertriebenen (BdV)
Am 10. Februar 2011 fragte Hans Joachim Borchert den BdV, welche konkreten Schritte es zur Aufklärung des Schicksals der Marienburger Toten gebe - und woran es liege, falls es keine Schritte gebe.
Nach über einem Monat, am 14. März 2011, teilte der BdV mit, er könne leider keine weiterführenden Informationen geben. Der BdV verwies an die Gruppe der Vertriebenen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
Der Mitteilung war ein Spendenaufruf zugunsten des Zentrums gegen Vertreibungen angefügt.


Stand 14.03.2011

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Bundeskanzleramt und Bundespresseamt
Mit E-Mail vom 10. Februar 2011 fragte Hans Joachim Borchert das Bundeskanzleramt nach der Identität der Marienburger Toten, nach den Todesumständen und - falls es darüber keine Informationen gibt - nach Bemühungen, die Identität und die Todesumstände aufzuklären.
Die Fragen wurden nicht beantwortet. Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung empfahl am 17. März 2011, sich an das Auswärtige Amt zu wenden.

Anmerkung: Das Auswärtige Amt hatte seine Auffassung bereits am 17. August 2010 mitgeteilt, vgl. oben, Stand vom 21.08.2010.


Stand 17.03.2011


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Parkplatz auf dem Massengrab
Auf der Grabstätte von mehr als 2000 Kindern, Frauen und Männern wurde ein bewachter Parkplatz angelegt. Kein Hinweis erinnert an die Toten von Marienburg.
Die deutsche Regierung schweigt.
Der Bund der Vertriebenen schweigt.
Warum?

Man stelle sich vor:
Es werden über 2000 unbekleidete polnische Tote gefunden. Die Toten werden ausgebaggert, ausgegraben und fortgeschafft. Auf der Grabstätte wird ein Parkplatz angelegt.
Wie würde die polnische Regierung sich verhalten?


Hinweis: Bewachter Parkplatz an der Burg, 25. Mai 2011


Parkplatz auf dem Massengrab, 25. Mai 2011


Parkplatz auf dem Massengrab, im Hintergrund das Gefängnis, 29. Mai 2011

Stand 01.06.2011


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Aus einem Schreiben des Auswärtigen Amtes:
„ ... Nach Lage der Dinge müssen wir davon ausgehen, dass die Bemühungen um eine detaillierte Aufklärung des Schicksals der Menschen, deren sterbliche Überreste in der Erde vor der Marienburg gefunden wurden, nicht zum Erfolg führen können. Eine individuelle Identifizierung der sterblichen Überreste, d.h. die Zuordnung zu bestimmten Personen, ist nach solch langer Zeit ausgeschlossen, zumal es kein Vergleichsmaterial für mögliche DNA-Proben gibt.

Es spricht alles dafür, dies wurde auch wiederholt zum Ausdruck gebracht, dass diese Menschen seinerzeit in den schweren Kämpfen um Marienburg kurz vor Ende des Krieges ums Leben gekommen sind, sei es als Folge kriegerischer Handlungen (z.B. Artilleriefeuer), sei es in Folge von Hunger und Krankheit. Es gibt keinerlei Hinweise für eine anderweitige Beteiligung „der Sieger des Zweiten Weltkrieges“.

Es gibt keinerlei Normen oder Verbote, die Aufklärungsversuchen deutscher Stellen entgegenstehen würden. Wir stoßen hier einfach an physische Grenzen. Zudem können wir die Augen nicht davor verschließen, dass während des Zweiten Weltkrieges ungezählt viele Menschen in ganz Europa ein derartiges Schicksal getroffen hat. ...“

Das Schreiben des Auswärtigen Amtes stammt vom 6. Juni 2011. Die Frage lautete, warum keine staatliche deutsche Stelle sich bemüht, die Identität der Toten und die Todesumstände aufzuklären.

Stand 09.06.2011


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Machbarkeitsstudie
Die Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion beabsichtigt, wegen der Toten von Marienburg ein Forschungsprojekt auf den Weg zu bringen. In der parlamentarischen Sommerpause wird die Gruppe eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, von der Umfang und Übernahme der Finanzierung abhängt.

Stand 21.06.2011


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Eine Zusammenfassung der bisherigen Annäherungen an die Wahrheit

Vor fast drei Jahren, am 28. Oktober 2008, wurden in Kellerräumen zwischen Kleiner Geistlichkeit und östlicher Stadtmauer etwa siebzig tote Kinder, Frauen und Männer gefunden. Alle Toten waren unbekleidet, einige Schädel wiesen Einschußlöcher auf. In den folgenden Wochen wurden immer mehr Tote gefunden. Als die Ausgrabungen eingestellt wurden, war von 2500 Toten die Rede.

Wer sind die Toten? Wie waren die Todesumstände? Eines ist sicher: es handelt sich um Deutsche. Polen oder Angehörige anderer Nationen können es nicht sein. Bei Kriegsende waren, vielleicht mit wenigen Ausnahmen, nur deutsche Zivilisten in der Stadt. Und wenn in der Nachkriegszeit weit über zweitausend Polen oder andere Ausländer gestorben wären, dann wäre die Erinnerung an sie sorgsam bewahrt worden. Außerdem hätten die für die Ausgrabung verantwortlichen Polen ihre Landsleute (und wohl auch Angehörige anderer Nationen) nicht ausgegraben, ausgebaggert, zwischengelagert und - ohne Versuch einer Identifizierung - auf eine deutsche Kriegsgräberstätte bringen lassen. Auch hätte man für Polen oder Angehörige anderer Nationen in Marienburg sicherlich schon längst eine Gedenkstätte geschaffen, und man hätte keinen Parkplatz auf dem Massengrab angelegt.

Zu den Todesumständen haben sich insbesondere drei Institutionen geäußert, die hohes Ansehen genießen: Das Auswärtige Amt in Berlin, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Kassel und das Institut für nationales Gedenken in Danzig. Danach sei es so gewesen:

  • Die Menschen seien bei heftigen Gefechten um die Stadt und bei Bombardierung ums Leben gekommen.
  • Die Menschen seien vor Ende des Krieges zum Beispiel durch Artilleriefeuer umgekommen.
  • Die Menschen seien an Hunger, Krankheit oder Kälte gestorben.
  • Es seien Kriegstote aus der Zeit von Januar bis März 1945.
  • Tatverdächtig seien russische Soldaten.
  • Die Tatzeit sei März bis April 1945.


Was davon trifft nachweisbar zu? Nichts.

Es gibt zwar zwei Gutachten des Instituts für nationales Gedenken. Doch beide Gutachten sind nicht veröffentlicht, Kenntnis erhielten nur wenige Institutionen. Außerdem hat der Heimatkreisvertreter des Heimatkreises Marienburg nach eigenen Angaben ein Gutachten von dreißig Seiten und einen Untersuchungsbericht von fünfzig Seiten erhalten; beide Unterlagen behandelt er als vertraulich, gibt den Inhalt also nicht bekannt.

Was ist der Grund für die bemerkenswerte Geheimhaltung von Dokumenten, die Aufschluß über die Todesumstände geben könnten? Es kann nur einen Grund geben: Die Dokumente enthalten keine Feststellungen zu den behaupteten Todesumständen. Denn wenn die Dokumente - und sei es auch nur ansatzweise - die Angaben des Auswärtigen Amtes, des Volksbundes oder des Danziger Instituts bestätigen würden, dann wären sie sofort veröffentlicht worden. Und mit der Veröffentlichung wären andere Überlegungen entkräftet: Die Umstände (unbekleidete Leichen, in Kellerräumen, in der Nähe des Gefängnisses, Einschußlöcher in Schädeln) lassen nämlich nicht an Bomben, Artillerie, Krankheiten, Hunger oder Kälte denken, sondern an ganz andere Todesursachen.

Es scheint, daß die Wahrheit über die Marienburger Toten politisch unerwünscht ist, daß die Todesumstände gar nicht ermittelt werden sollen. Wenn es so ist: Was mag wohl der Grund dafür sein, daß die Wahrheit unerwünscht ist, daß sie also verborgen bleiben soll? Nach Auskunft des Auswärtigen Amtes gibt es keine Rechtsnorm, die Aufklärungsversuchen deutscher Stellen entgegenstehen würde; doch keine deutsche Stelle hat einen Aufklärungsversuch unternommen.

Und es gibt auch Landsleute, die - vielleicht aus Desinteresse oder aus Opportunismus - keine Ermittlungen wünschen; es solle Ruhe eintreten. Ob diesen Landsleuten klar ist, daß Ruhe denen nützt, die die Wahrheit verbergen wollen?

Immerhin deutet sich nun ein Hoffnungsschimmer an, der Wahrheit näher zu kommen: Die Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion beabsichtigt, wegen der Toten von Marienburg ein Forschungsprojekt auf den Weg zu bringen. Umfang und Übernahme der Finanzierung hängen allerdings ab von einer Machbarkeitsstudie.

Stand 05.09.2011


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Kein Forschungsprojekt
Die Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion teilt mit, das beabsichtigte wissenschaftliche Projekt sei derzeit nicht realisierbar.

Die Gruppe habe sich mit dem Lastenausgleichsarchiv in Bayreuth in Verbindung gesetzt. Die dort befindliche Ostdokumentation mit 8.000 Erlebnisschilderungen und 18.000 ausgefüllten Fragebogenberichten zum Vertreibungsgeschehen stelle eine authentische Quelle für das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen dar. Der Leiter habe jedoch mitgeteilt, daß sich keine Unterlagen finden ließen, die auf ein vermutetes Massaker während des Kriegsendes oder danach im Danziger Raum schließen lassen würden.
Gleichzeitig habe die Gruppe mit Experten der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung und des Deutschen Historischen Instituts in Warschau eine Machbarkeitsstudie erörtert. Nur habe sich seit der umfangreichen Berichterstattung über den Fund des Massengrabes 2008 etwa in BILD, SPIEGEL und auf der Homepage des Heimatkreises Marienburg niemand gemeldet, der nähere Angaben zu den über zweitausend umgekommenen Menschen geben konnte. Ohne stichhaltige Anhaltspunkte, weder in Aktenbeständen noch in Zeitzeugenberichten, sei jedoch ein wissenschaftliches Projekt derzeit nicht realisierbar.
Allerdings könnte dazu ein Zufallsfund den entscheidenden Anstoß geben wie die lange versteckten und jüngst aufgetauchten Aufnahmen über den Mord an Sudetendeutschen, die in einem Dokumentarfilm verarbeitet wurden und eine Debatte über die Vertreibungsverbrechen in Tschechien auslösten.
Es sei wichtig gewesen, die öffentliche Aufmerksamkeit um das Marienburger Massengrab und das berechtigte Interesse der Angehörigen von Vermißten nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, um wenigstens zukünftig für Abhilfe zu sorgen. Da in der unsachgemäßen Bergung der Toten ein wesentlicher Grund für die unbefriedigende Aufklärung gelegen habe, hätte man durchgesetzt, daß anläßlich des 20. Jahrestages des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages in einem interfraktionellen Antrag (Drucksache 17/6145) die Bundesregierung aufgefordert werde, neu entdeckte Gräber deutscher Opfer des Zweiten Weltkrieges mit in die vereinbarte bilaterale Pflege aufzunehmen.


Stand 26.10.2011

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Die Toten von Marienburg: Den Weg bereiten für wissenschaftliche Forschung

Wissenschaftliche Forschung – das ist zur Zeit die einzige Hoffnung, das Schicksal der Toten von Marienburg aufzuklären und den Angehörigen von Vermißten Gewißheit zu verschaffen. Doch wo und wie soll die Forschung beginnen?

Gibt es Akten, in denen die Ereignisse dokumentiert sind?
Besitzt jemand Tagebücher, Briefe, Erlebnisberichte, Fotos oder Notizen?
Erinnert sich jemand daran, daß von den Marienburger Ereignissen gesprochen wurde?
Gibt es Zeugen der Ereignisse?

Wer Hinweise hat oder jemanden kennt, der Hinweise geben könnte, kann Kontakt aufnehmen mit Hans Joachim Borchert
Telefon: 02104-36655
E-Mail: email@heimatkreis-marienburg.de

Stand 06.11.2011


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Ein weiteres Massengrab entdeckt
Anfang Dezember 2011 wurde in Marienburg ein weiteres Massengrab entdeckt. Bei Bauarbeiten für einen Parkplatz – in der Nähe der Marienfigur, auf der anderen Straßenseite des im Jahre 2008 gefundenen Massengrabes – stieß man auf die sterblichen Reste von wahrscheinlich acht Menschen. Die Identität der Toten und die Todesumstände sind nicht bekannt. Offenbar gab es keine Untersuchung der Toten und der Fundstelle. Es seien nur eine Erkennungsmarke und Reste von Schuhen sichergestellt worden. Ein Mitarbeiter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge habe keine Hinweise gefunden, daß Frauen und Kinder unter den Toten seien.
Der Volksbund übernahm die Toten und brachte sie zur Kriegsgräberstätte in Neumark bei Stettin. Dort sollen sie im Laufe des Jahres beigesetzt werden.


Stand 09.01.2012



© copyright Hans Joachim Borchert, vgl. Impressum und ergänzendes Impressum.

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